Begrifflichkeit Vertrauen

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    Dies ist für mich der wichtigste Punkt überhaupt. Vertrauen ist nicht nur die Basis in "normalen" Partnerschaften, sondern sollte es auch und vor allem gerade beim Spanking / SM ebenso sein.

    Nur mit einem Menschen, zu dem ich absolutes Vertrauen habe, kann ich derartige Spiele praktizieren. Vertrauen kann ich aber nur haben wenn ich weiß, dass mein Körper, meine Gesundheit bei ihr/ihm in guten Händen ist. Wenn ich weiß, dass sie/er mich als Mensch achtet, meine Tabus respektiert, meine Grenzen akzeptiert und nur mit mir gemeinsam versucht, diese zu überschreiten. Vertrauen heißt aber auch, mich ihr/ihm ganz hinzugeben in der Gewissheit, das sie/er meine Wünsche und Phantasien berücksichtigt und ich meine Gefühle und Leidenschaften ohne Angst und Risiko voll ausleben kann.


    Die/Der Top darf Vertrauen nicht als gegeben voraussetzen. Vertrauen muss sich die/der Top erarbeiten, erwerben, und das kann mitunter ein sehr langwieriger Prozess sein. Und, auch das soll hier erwähnt werden, sie/er kann das in sie/ihn gesetzte Vertrauen auch sehr schnell wieder verlieren! Mit anderen Worten: auch Vertrauen will und muss gepflegt werden.


    Vertrauen erlangt man am besten durch Kommunikation, d.h. miteinander reden, reden und nochmals reden. Über ihre/seine Wünsche, Phantasien, Grenzen, Tabus, Ängste etc. - und das alles natürlich völlig offen und ehrlich.


    Auch wenn es machen Menschen peinlich ist, über bestimmte Dinge zu sprechen, sollten sie es hier auf jeden Fall tun. Unter Gleichgesinnten ist es unüblich und sogar verpönt, über spezielle Vorlieben u.Ä. zu lachen oder diese abzuwerten.


    Die Grundlage jeder sadomasochistischen Beziehung ist das Vertrauensverhältnis zwischen Bottom und Top. In keiner anderen Form der Sexualität begibt sich ein Partner dermaßen in die Hände des anderen. Zum auch bei anderen Sexualarten notwendigen Grundvertrauen zum Anderen, Fragen der Verhütung und Schutz vor durch Körperflüssigkeiten übertragbaren Krankheiten kommen noch andere Formen des Vertrauens: Vertrauen in die Selbstkontrolle des Tops, Vertrauen in seine "handwerklichen" Fähigkeiten, Vertrauen in den Bottom, dass er seine eigenen Grenzen erkennen und artikulieren kann.


    Die Wechselbeziehung von Macht und Vertrauen wird von manchen anhand des Feudalmodells illustriert. Die große Bedeutung des gegenseitigen Vertrauens ist auch von der Wissenschaft erkannt worden :

    Zitat

    Ein Sadist vergisst sich nicht, sondern hat gerade ein hohes Maß an Disziplin, mit dem er seinen Sadismus zelebriert. Nur in der Gewissheit dieser Disziplin lässt sich ein Masochist auf die Unterwerfung ein.

    Einige Sadomasochisten selbst sehen die intensiven Vertrauensverhältnisse als eine emotionale Dimension ihres Sexuallebens, die sie dem Rest der Welt voraus haben. Siehe auch Sadomasochismus.


    Für den Erhalt der Subkultur ist eine weitere Form von Vertrauen notwendig: das Vertrauen zwischen ihren Mitgliedern, dass Außenstehende nichts von ihren Neigungen erfahren, wenn der Betreffende dieses Coming out nicht selbst möchte. Mit der zunehmenden Akzeptanz des Sadomasochismus nimmt dies einen geringeren Stellenwert ein, kann aber weiterhin für Sadomasochisten in exponierten gesellschaftlichen Stellungen eminent wichtig sein.

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