Begrifflichkeit Zwangs-Outing

- In unseren Foren kann über alle Artikel diskutiert werden. Jedes Mitglied kann Artikel aktualisieren, erweitern oder neue Artikel zufügen. -
  • spankingfreunde.de/suite/easymedia/index.php?image/13955/

    Die öffentliche Bekanntgabe einer sexuellen Neigung einer Person gegen ihren Willen durch andere, auch allgemein outen genannt (engl. to out somebody).


    Unter Homosexuellen hat es eine Serie von Zwangs-outings gegeben, prominentestes Opfer in Deutschland war 1990 der Fernsehmoderator Alfred Biolek. Diese massiven Eingriffe in die Privatsphäre der Opfer werden meist damit gerechtfertigt, dass nur eine möglichst große Anzahl von öffentlich bekannten Praktizierenden eine gesellschaftliche Akzeptanz sicherstellen könne. Zwar existiert die gleiche Überlegung unter einigen Sadomasochisten, aber die Vorstellung, dass der Zweck die Mittel heiligt, hat hier noch nicht zu solchen Aktionen geführt.

    Zwangs-Outing von Personen, die nicht als zeitgeschichtlich bedeutsam gelten, ist in Deutschland ein Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen und sowohl straf- als auch zivilrechtlich strafbar. Dies gilt unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Behauptungen und auch wenn das Outing im Internet, beispielsweise in einer Mailingliste erfolgt.


    Wer - etwa im Rahmen einer Trennung vom Expartner - geoutet wird und dadurch z.B. berufliche Nachteile erleidet sollte sich um Rechtsbeistand bemühen und den Täter auf Schadenersatz belangen.


    Einen Sonderfall stellt der Abschiedsbrief des Sexualwissenschaftlers ("Sex im Volksmund") Ernst Bornemann dar, in dem er bei seinem Freitod 1996 seine Partnerin, eine Ärztin, als Masochistin outete.


    Zumindest im deutschen Sprachraum wird der Begriff "Outing" von manchen auch synonym zu Coming Out, also im Sinne einer freiwilligen Öffnung gegenüber der Umwelt, verwendet.

Teilen