Begriffe Phantasie

Dein Funkspruch

  • Hast du schon mal Mary Poppins gesehen? Ein Bild genügt, ein Sprung, Phantasie die sich selbst keine Grenzen auferlegt und schon geht's los auf eine Reise die ihresgleichen sucht. SM'ler machen es nicht anders. Sie gehen dazu unterschiedliche Wege für unterschiedliche Bilder. Aber zuerst mal: Was ist Phantasie? Phantasie kommt aus dem Griechischen, phantasia und bedeutet geistiges Bild, Vorstellung, Einbildung. Phantasien sind neue, nicht erlebte, erinnerte Vorstellungen, die sich mit vorhandenen Bewusstseinsinhalten verbinden. Jeder Mensch hat Phantasien. Eine Form davon sind Träume.

    1 Abstrakte-Phantasien

    Manche von uns haben Phantasien von denen klar ist, dass sie nie oder nur kleine Teile davon je in Erfüllung gehen werden. Die meisten wollen das auch gar nicht. Es können welche sein die mit unkonsensueller Gewalt zusammenhängen, mit Vergewaltigung, Folter, Mord und dem eigenen Tod, lustvoll oder gewaltsamen. Häufig haben diese Phantasien nichts mit der gespielten Praxis zu tun. So haben manche sexuell dominante Frauen Vergewaltigungsphantasien. Einige haben auch mehrere Phantasien, die sie schon fein säuberlich ausgearbeitet haben. So z.B. eine "eingesperrt sein" dann noch die "kleiner Reiterjung wird von der Herrschaft erwischt" und dann vielleicht noch die "eine Sklavin ist in der Analausbildung" Geschichte. Je nach Bedarf wird zugegriffen ... auf die Phantasie meine ich ... ;-)


    Aber sie werden nicht nur bei der Selbstbefriedigung eingesetzt. Manche hängen sich auch in der Spielphase, z.B. Bondage, langen Flag-Sessions oder auch bei der Penetration in diese Hirnkiste rein.In seltenen Fällen werden diese Phantasien auch mit dem Partner geteilt. Eine Möglichkeit, einer oder beide Partner reden eine gesamte Phantasiewelt herbei, Armeen, Sklavenvölker, Folterknechte und vieles mehr.Tja, und dann kenne ich noch ein Pärchen, das kuschelt fast jeden Abend Arm in Arm und einer erzählt dem anderen die grausamsten Geschichten wie er/sie den Partner brutal foltern wird, öffentlich zur Schau stellt und vieles mehr und dann verschwinden sie ins Bett und ficken glücklich und zufrieden total vanilla-mäßig ... Solche Phantasien können ihre Wurzeln schon in der Kinder- oder Jugendliteratur haben wie z.B. bei Karl May der nicht nur die Bastonade beschrieb, Szenen am Marterpfahl und den Tod durch erhängen detailgetreu wiedergab. Bei mir war es so, es kommen aber auch die Mantel-Degenfilme hinzu und Piraten-Geschichten. Ich war sicher noch keine 9 Jahre alt als ich bereits alles übers Kielholen, über die Planken gehen, Bestrafung mit der neunschwänzigen Katze und hängen auf dem Hauptmast wusste.


    Mögliche praktische Umsetzung

    Einige versuchen es nicht nur bei der Phantasie bleiben zu lassen. Sie spielen sich Schritt für Schritt an einzelne Bausteine ihrer Phantasien heran, organisieren z.B. Nachbauten antiker Folterinstrumente, schlafen in Eisen an Handgelenken und Knöcheln, setzen sich mit dem Thema Atemkontrolle nicht nur in der Theorie auseinander und basteln so an der Erfüllung ihrer ganz persönlichen Phantasie. Bis zur Realisierung z.B. einer Gefängnisphantasie aus dem 30-jährigen Krieg mit Verhör, Folter, Verurteilung und Hinrichtung können schon mal einige Jahre ins Land gehen und die Hilfe und Lust vieler Freunde notwendig werden lassen.


    Was sehr wahrscheinlich nicht klappen wird, ganz ohne praktische Erfahrung gleich mal zum Einstieg DIE Megasession, die identisch mit der jahrelang zusammengebastelten Phantasie ist, durchzuziehen. Phantasie ist was feines, in der Realität steht da der Körper im Wege, der nicht ganz so leidensfähig ist, wie man sich das vorstellt und die Psyche, die von den Ansturm an Gefühlen überfordert ist und ganz einfach heulend aufgibt. Selbst bei einer vergleichsweise harmlosen Erst-Session kann es zu heftigen emotionalen Reaktionen kommen, für die große Session gleich zum Start sehe ich da herzlich wenig Chancen auf Erfolg. Anfänger-Tops haben sehr häufig die Sorge, dass sie die Kontrolle über sich und damit die gesamte Session verlieren, wenn sie ihren ganz persönlichen Traum nachspielen. Ist nicht ganz unberechtigt. Auch hier ist es sinnvoll, sich Stück für Stück an die Umsetzung her anzutasten.

    2 Konkrete Phantasien (Kreativität)

    Andere wieder haben vom Start weg nur sexuelle Phantasien, die ganz klar real sind, von denen sie nicht im Traum daran denken es bei der Phantasie bleiben zu lassen. Ich würde sie auch eher unter kreativen Umgang mit der Sexualität bezeichnen. Das fängt bei ganz einfachen - den Popo versohlen - Geschichten an, geht über in Fesseln und Keuschheitsgürtel Ideen, weiter zu Klinik-Sex-Spielen und bei selbst zu aufwendigen Strangulationen, die natürlich überlebt werden wollen, schließlich will er/sie das ja öfter haben. Einigen genügt es diese eine konkrete Phantasie zu realisieren und bleiben ohne weitere Veränderungen dabei. Dann gibt es welche, da wird die Spielvariante mit zunehmender Praxis verfeinert oder verstärkt. Das ist aber eine "kann-Option", ganz sicher ist das nicht generell zu erwarten. Tja, und dann gibt es Neugierige, die lassen sich und ihre sexuelle Kreativität von anderen inspirieren, probieren vieles aus, verwerfen einiges, lernen ständig neues und variieren dann frei über einem flexiblen spielbaren Spektrum.

    3 Wo es schief geht

    Manchmal begegnet man Menschen die sich eine Phantasiewelt aufgebaut haben aus der sie nicht mehr heraus wollen oder können. Ein Beispiel: Wenn ein Mann in jeder Frau nur eine potentielle Herrin sieht, die seine Phantasien erfüllt wird er zwangsläufig entweder enttäuscht werden oder absolut jedes Verhalten einer Frau in seine Phantasiewelt passend einfügen. Beschimpft sie ihn, weil er ein widerlicher Kerl ist, dann wertet er das als eine Bestätigung dafür sein, dass sie ihn dominieren, erziehen will oder was auch immer. Natürlich kann man jetzt das Helfersyndrom auspacken und versuchen den Mann in die Realität zurück zu holen. Meine Erfahrung, vergiss es! Du wirst energetisch ausgesaugt und letztendlich wirst du dich benützt und beschmutzt fühlen. Versuche solche Personen zu einer Therapie zu bewegen sind in der Regel auch sinnlos. Es geht ihm ja gut in seiner Phantasiewelt! Er leidet so richtig schön, also was soll er daran ändern wollen? Als Frau muss ich dir raten, bring die größt mögliche räumliche und emotionale Distanz zwischen so einem Mann und dir. Mehr kannst du für ihn und dich nicht tun.


    Ein weiteres Beispiel: Frauen sind von fehlgeleiteten Phantasien genau so betroffen. So kann ich dir nur empfehlen, wenn eine Frau behauptet von einem Sadomasochisten unkonsensuell misshandelt worden zu sein, nimm sie ernst und biete ihr Hilfestellung an! Aber, überprüfe auch ob es tatsächlich wahr ist! Leider gibt es Frauen, die nichts anderes im Sinn haben als anderen Menschen zu schaden. Auf dem Gebiet werden sie dann mitunter sehr kreativ, um es einmal freundlich auszudrücken. Sie lügen was das Zeug hält, erscheinen dabei aber als liebenswert, hilfsbedürftig und gelten allgemein als sooo lieb! Auch hier hilft es wenig so eine Frau mit der Realität zu konfrontieren. Sie wird entschlüpfen, durch ihre negative Energie Mittel und Wege finden um letztendlich dich selbst ins schiefe Licht zu rücken und wenn gar nichts mehr geht das Umfeld wechseln und anderswo das gleiche böse Spiel von vorne beginnen. Da mir eine solche Frau auch schon über den Weg gelaufen ist ... die einzige Möglichkeit dagegen anzutreten ist 100 % Integrität. Wenn die angezettelten Schlammschlachten von vornherein unglaubwürdig sind, dann haben solche Wesen keinen Nährboden um ihr Spiel zu spielen. Das heißt, sobald in Phantasien andere Personen real integriert werden ohne dass es dafür deren Einwilligung gibt und oder für den Phantasten die Grenzen zwischen Vorstellung und Realität nicht mehr klar erkennbar ist, dann geht das ganze in einen Bereich der vermutlich psychotherapeutisch behandlungswürdig ist. Das Problem damit ist nur, der/die, der in so einer Situation steckt, nimmt sie nicht als solche war. Dadurch ist Hilfestellung durch den Laien meistens nicht möglich, den Weg zum Profi gehen die Betroffenen aber fast nie.

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