Fake

Dein Funkspruch

  • Als Fake (Engl., eigentlich Fälschung) bezeichnet man ein Imitat, einen Schwindel oder eine Vortäuschung falscher Tatsachen. Im weiteren Sinne ist Fake ein Begriff für den damit verbundenen Betrug. Personen, die falsche Fakten als richtig vortäuschen, werden abgeleitet Faker genannt, das Verb ist faken. Insbesondere findet der Begriff im Netzjargon Verwendung.

    m häufigsten wird in jüngerer Zeit der Begriff für die Fälschungen solcher Faker verwendet, die in Internet-Foren oder Chatrooms unter Verwendung irreführender Angaben zu ihrer eigenen Person unqualifizierte Kommentare abgeben, die andere Internet-User ärgern, provozieren oder hinters Licht führen sollen oder solche die nicht ernst gemeint sind, wie das Hoax.


    Fake-Identitäten dienen oft zum Trollen. Dabei ist es nicht unüblich, dass eine Person sich unter mehreren verschiedenen Namen anmeldet und ein (für andere nicht erkennbares) provozierendes Rollenspiel veranstaltet. Das Faken mit mehreren Identitäten ist geradezu typisch für viele Trolle; das Aufspüren mehrerer Fake-Identitäten (zum Beispiel mittels IP-Adresse) kann dabei helfen, Trolle zu identifizieren oder sie an ihrem Tun zu hindern.

    • Die Nicknames (kurz Nicks) von Fakern, die unter mehreren Namen auftreten, werden auch als Sockenpuppen bezeichnet.
    • Oftmals geben sich Faker im Internet als eine andere Person aus - mit einem sogenannten Fake-Account.
    • Oft agieren Faker in einer Kontaktbörse, bei denen die Suche nach einem Seitensprung-, Freizeit- oder Hobbypartner im Vordergrund steht,
    • um mit leichtgläubigen Internet-Usern zu flirten oder um andere Interessen zu verfolgen (zum Beispiel aus Langeweile oder um die Einsamkeit zu vertreiben, erotische Fantasien auszuleben,
    • sexuell anzügliche Chats zu führen, Telefonsex anzubahnen oder um sich an Minderjährige heranzumachen).
    • Kleinere Schwindeleien (zum Beispiel Altersangabe „39“ statt „41“) gelten dabei nicht als Fake-Account. Bedeutende Falschangaben, wie die Vorgabe falscher Titel schon.
    • Manche Faker schlüpfen in eine Rolle des anderen Geschlechts: ein männlicher Faker gibt sich als Frau aus oder umgekehrt.
    • Einige Jugendliche schlüpfen per Fake-Account in die Rolle eines Erwachsenen.
    • Besondere Vorsicht und Sensibilität wegen möglicher Schleichwerbung ist bei den folgenden Fällen geboten.

    „Erfahrungsberichte“ im Internet wie bei Online-Bewertungen können gefakt sein, sowohl durch beauftragte Einträge als auch negativ formuliert durch konkurrierende Faker.
    In medizinischen Threads verhalten sich einige Forenbetreiber nicht neutral, sondern verfolgen eigene wirtschaftliche Interessen. Beispielsweise werden eigene Produkte, über die in ihren Foren diskutiert wird, bevorzugt behandelt. Möglicherweise betreiben sie Zensur, indem sie negative Erfahrungsberichte löschen oder in ihrem Forum selbst (Fake-User) als angebliche Endverbraucher eintragen.


    Außerdem nennt man Faker diejenigen Personen, die sich in Chatrooms mit (fast) demselben Nick anderer Chatter einloggen, um auf diese Weise den Original-Nickname durch negatives Verhalten (Benutzung von Schimpfwörtern und so weiter) zu stören oder „in den Schmutz“ zu ziehen. In Chatrooms, die auf der Schriftart Arial basieren, lassen sich zum Beispiel Nicks, die ein kleines „L“ oder großes „i“ enthalten, mühelos faken, weil die Darstellung dieser Schriftzeichen identisch ist. Gleiche Möglichkeiten bieten die Zahl „0“ und der Großbuchstabe „O“, die schlecht zu unterscheiden sind.


    Bei Twitter blüht der Handel mit Fakes. Im April 2013 wurde aus dem anglo-amerikanischen Raum bekannt, dass der bis dahin als echt geltende mexikanische „Social-Media-Guru“ namens Santiago Swallow, der etwa 90.000 Twitter-Follower besaß und sogar über eine glaubhaft scheinende Biographie auf der englischsprachigen Wikipedia verfügte, eine rein virtuelle Internet-Persönlichkeit war.Am 25. November 2013 berichtete Jeff Elder im Wall Street Journal Deutschland über die massive und professionelle Twitter-Manipulation.


    Aber nicht jede Person, die im Internet unter falschem Namen oder unter falschen persönlichen Angaben auftritt, ist ein Faker: Es ist in der Kultur des Internets durchaus üblich, einen Nickname zu verwenden. Dies dient beispielsweise dazu, Spam und andere Missbräuche und Gefahren zu vermeiden. Es kann helfen, in Internet-Communitys freier und ungehemmter als im „realen Leben“ aufzutreten, oder spielerisch ermöglichen, verschiedene soziale Rollen auszuprobieren. Solches Verhalten gilt vielen als legitim. Als Fake sollte man es erst ansehen, wenn es dazu dient, Missbräuche wie die hier beschriebenen zu begehen.


    Fakes werden aus verschiedenen Gründen, so etwa im Zusammenhang mit kommerziellen Tauschgeschäften oder in Tauschbörsen eingeschleust.

    Beispielsweise manipuliert die Musik- und Filmindustrie Dateien so, dass der Inhalt der Datei verstümmelt oder unbrauchbar ist.[5] Personen, die diese Datei herunterladen, sollen sich darüber ärgern; weitere Download-Versuche sollen ihnen verleidet werden.

    • In der Paid4-Szene bezeichnet man Personen als Faker, die mit technischen Maßnahmen versuchen, Paid4-Anbieter zu betrügen, um Geld zu verdienen.
    • Der Begriff Fake wird bei P2P-Tauschbörsen im Internet verwendet und beschreibt in diesem Fall eine Datei, die nicht das enthält, was der Dateiname aussagt.
    • Auch werden Dateien dadurch „gefakt“, dass ihnen ein Faker einen sehr beliebten Dateinamen gibt, um deren Inhalt bekannter zu machen.

    Im Bereich der Video-, Bild- und Nachrichten-Online-Präsentation im Internet treten immer wieder Fakes zutage, die teilweise sogar Zugang in den seriösen Nachrichtenraum erhalten.[6] Manipulierte Videos, die im Internet (zum Beispiel auf Videoportalen) verbreitet werden, und die ein vermeintlich wirkliches Geschehen vorgeben, tatsächlich aber elektronisch retuschiert sind, werden als Fake bezeichnet.


    Die heute unter dem Einfluss des englischen mit Fake bezeichneten getürkten Meldungen sind schon lange Zeit als Zeitungsente und Tatarenmeldung bekannt. Jedoch nicht nur Leser, Hörer und Zuschauer fallen auf Fälschungen herein, sondern zuweilen auch die Macher selbst, wenn sie Fremdmeldungen weiterverbreiten. Es kann sich ebenfalls um offensichtliche Fälschungen handeln, die als Mockumentary bezeichnet werden (von englisch to mock, deutsch ‚vortäuschen, verspotten, sich mokieren‘ und documentary), ein fiktionaler Dokumentarfilm, der mit Mitteln des Dokumentarfilms ein fiktives Geschehen wiedergibt, häufig parodierend. Ein prominentes Beispiel ist Kubrick, Nixon und der Mann im Mond, eine vermeintliche Dokumentation, die aufdeckt, dass die Mondlandungen von Regisseur Stanley Kubrick im Filmstudio vorgetäuscht wurden.


    Schon 1938 erregte Orson Welles Aufsehen, als er ein Radiohörspiel auf der Basis von H. G. Wells Krieg der Welten produzierte, das wie eine Reportage aufgemacht wurde und Hörer, die die Einführung verpasst hatten, für einen Bericht über eine Invasion vom Mars halten mussten. Insbesondere spektakuläre Inhalte verleiten die Macher von Meldungen und Berichten Fakes weiter zu verbreiten, um hohe Zeitungsauflagen oder Einschaltquoten zu erreichen. Beispiele sind die Hitler-Tagebücher des Stern, die scheinbaren Dokumentarfilme, die Michael Born für Stern TV, Spiegel TV Magazin, ZAK und andere Fernsehmedien geliefert hatte, oder die vermeintlichen Interviews mit Hollywood-Stars, die Tom Kummer im Süddeutsche Zeitung Magazin platzierte.


    Mit der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewann die Diskussion um Fake News (bzw. „Alternative Fakten“), ihren Gebrauch und ihre Wirkung vor Allem in den sozialen Medien, um etwaige Wahlbeeinflussungen sowie ein mögliches Verbot, ihre Ahndung, Kontrolle und Löschung erheblich an Gewicht.

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