Begriffe Unterwerfung

  • Unterwerfung, also die freiwillige Unterordnung unter einen fremden Willen, ist eine der zentralen Charakteristiken des Sadomasochismus.

    Während sich Vanilla Sexualität dadurch auszeichnet (oder auszeichnen sollte), dass zu jedem Zeitpunkt alle Beteiligten gleichberechtigt sind, ist dies bei einem sadomasochistischen Spiel nicht immer der Fall. Es ist zwar ein gut etabliertes Prinzip der sadomasochistischen Subkultur, dass die Unterwerfung des Bottoms unter den Top jederzeit kündbar ist (Metakonsens-Spiele mit ihrer ganz speziellen Problematik hier außen vor gelassen), aber die Ungleichverteilung von Macht bzw. die freiwillige Einwilligung in eine nicht-gleichberechtigte Situation ist dennoch der Kernpunkt des sadomasochistischen Erlebens.


    Im Gegensatz zum täglichen Erleben ist die Unterwerfung im Sadomasochismus lustbesetzt, häufig ist schon der Wechsel aus der gleichberechtigten Alltagsrolle in den Top-Bottom Dualismus für beide Seiten erregend. Der Akt der Unterwerfung hat in vielen sadomasochistischen Beziehungen eine rituelle Komponente. Durch Körperhaltungen, Stellungen, das Tragen von bestimmten Kleidungsstücken kann der Bottom den Wechsel in die unterworfene Rolle signalisieren - oder der Top seinen Partner zur Unterwerfung auffordern. Die Unterwerfung kann auch durch eine geänderte Anrede des Tops durch den Bottom signalisiert werden - Begriffe wie Master bzw. Herr sind dafür gängig.


    Unter konsensuellen Sadomasochisten ist die Dominanz des Tops erst durch die Unterwerfung des Bottoms ermöglicht - dieser Gedanke findet sich im Begriff des Machtaustauschs wieder.

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