Gesundheit Selbstverletzung

  • Selbstverletzendes Verhalten (SVV) umfasst das Verletzen des eigenen Körpers und Herbeiführen von Schmerzen in einem Kontext, der nicht wie bei sadomasochistischen Praktiken sexuell lustvoll ist. Obwohl SVV-Handlungen mit vielen SM-Praktiken ähnlich bis identisch sind, ist die Motivation eine andere.

    Hinter SVV steht häufig Selbsthass (Selbstbestrafung) oder seelischer (unkontrollierbarer) Schmerz, der durch körperlichen (kontrollierten) Schmerz übertönt werden soll. Meist geschieht dies durch Schneiden oder Verbrennungen, aber auch Essstörungen können eine Form von SVV sein. SVV ist meist ein Symptom tiefer liegender Probleme. Besonders bei Menschen mit Borderline-Störung tritt häufig SVV auf; auch Menschen, die emotional oder körperlich missbraucht wurden, können zu SVV neigen.


    Leider werden beide Phänomene häufig verwechselt und einerseits Menschen, die unter SVV leiden, fälschlicherweise als Masochisten bezeichnet, während andererseits Vorurteile bestehen, Sadomasochismus sei eine Form von SVV. Es gibt sicher auch Fälle, in denen sich beide Phänomene überschneiden. So kann der Versuch, mit selbst verletzendem Verhalten klar zukommen, zu einem Interesse an Sadomasochismus führen, um ein als negativ empfundenes Verhaltensmuster in eine positive Erfahrung umzuwandeln. Ebenfalls ist es denkbar, dass jemand SM als erweiterte Form des SVV betreibt, bei dem die verletzende Rolle an einen Partner abgegeben wird. Wie häufig solche Fälle tatsächlich sind, ist uns unbekannt. Für weitere Informationen wären wir dankbar.

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