Begriffe Psychoanalyse

  • Fast alle Bücher und Artikel, die von Psychologen zum Thema Sadomasochismus veröffentlicht werden, stammen von Anhängern der Psychoanalyse. Sie hat bis heute gewissermaßen das Erklärungsmonopol für diesen Bereich inne - anscheinend hat sich außer Psychoanalytikern kaum jemand die Mühe gemacht, sich näher mit sadomasochistischen Neigungen zu beschäftigen. Das liegt, abgesehen von der einmal etablierten Tradition, vor allem daran, dass Sadismus und insbesondere Masochismus im System der Psychoanalyse eine zentrale Rolle spielen.

    Für die SM-Subkultur ist diese Entwicklung ausgesprochen unglücklich. Die Psychoanalyse ist eine Theorie, die weitestgehend ohne objektive, überprüfbare Daten auskommt. Das bedeutet, dass die meisten Thesen von Psychoanalytikern auf ein oder zwei spezifischen Fällen beruhen, die den Autoren in ihrer Analysepraxis untergekommen sind. Ein nicht geringer Teil der Psychoanalytiker glaubt auch heute noch, dass Homosexualität eine neurotische Entwicklung darstellt - man kann sich vorstellen, dass ihre Ansichten über Sadomasochisten nicht freundlicher ausfallen.

Teilen