Begriffe Provokation

  • Es fällt vielen Bottoms dauerhaft oder in gewissen Situationen schwer, sich zu unterwerfen oder darum zu bitten, einer bestimmten Praktik unterzogen zu werden. Teilweise neigen derartige Bottoms dazu, den Top bewusst zu provozieren um als Reaktion von ihm unterworfen zu werden.

    Gründe für Schwierigkeiten mit der Unterwerfung kann Unsicherheit über die Rolle sein, d.h. ein Bottom, der mit der Unterwerfung im SM-Kontext auch eine Minderwertigkeit verbinden. Es kann auch eine situative Unsicherheit sein, so ist es z.B. vor einer Gruppe von Leuten für viele schwer, um Schläge zu bitten. Oder der Bottom sieht den Top nicht als dominant genug an, etwa wenn Bottom beruflich erfolgreicher als Top ist.


    In solchen Fällen kann es für den Bottom naheliegend sein, den Top durch Widerspenstigkeit oder Frechheit solange zu provozieren bis er seine Selbstbeherrschung verliert und den Bottom aktiv unterwirft - dieser muss sich dann nicht eingestehen, sich gerne zu unterwerfen.


    Provokation als Mittel, ein Spiel von der Bottomseite her zu beginnen kann durchaus partnerschaftlich sein - in dem Fall wird dem Top einfach ein Anlass geliefert, los zulegen. Es kann sich aber auch um eine manipulative Technik handeln (Topping from the Bottom), bei der der Bottom den Top benutzt.


    Die Reaktion des Tops kann ganz unterschiedlich ausfallen: er kann auf die Provokation einsteigen und versuchen, den Bottom durch ausgesuchte Torturen, durch die dieser mehr bekommt als er sich eigentlich erhoffte, zu bestrafen. Hier droht allerdings eine Eskalationsspirale, in der beide über ihre Grenzen hinausgehen. Alternativ kann Top auch durch ein bewusstes Zurücknehmen der Intensität dem Bottom zu verstehen geben, dass dieser mit seiner Provokation das gewünschte Ziel nicht erreichen wird.

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