Begriffe Praktiken

  • Zwar ist es unmöglich, alle Praktiken, die von den Ausübenden als sadomasochistisch aufgeladen betrachtet werden, aufzuzählen, aber sie können analog der groben Unterteilung von BDSM in Spiele mit Schmerzen (SM), Dominanz und Unterwerfung (DS), Fesselung und Dressur bzw. Verhaltensänderung untergliedert werden. Hierzu kommen noch Praktiken aus dem Bereich des Fetischismus , der Depersonalisierung und Spiele mit Gefühlen wie Angst und Ekel.

    Insgesamt sind die Grenzen zu einer kreativen Sexualität, die sich nicht als spezifisch sadomasochistisch begreift, fließend. Hinzu kommt noch, dass eine gegebene Praktik von drei Praktizierenden mit drei unterschiedlichen Bedeutungen belegt sein kann, so z.B. beim Oralverkehr: Während es für den einen eine unterschiedliche Stellung ohne Dominanzbeziehung ist kann der Aktive es als Ausdruck seiner Dominanz verstehen und der Blasende sich vorstellen, selbst der Dominante zu sein, da er die Erregung des Geblasenen sehr genau steuern kann.


    Im Endeffekt sind die Wirkungen der diversen Praktiken emotional ähnlich: sie sind Trigger oder Symbole für immer die gleiche Handvoll Motivationen: Geborgenheit, Kontrolle, "Wissen wo man steht" (also die Verdeutlichung der Beziehungsstrukturen), Reduktion von Komplexität, sexuelle Erregung und "Urlaub vom Ich", also das Abschalten des inneren Monologs und der Ich-Außenwelt-Interaktion zugunsten einer Konzentration auf die Gefühle. Die Praktiken sind zwar nicht für jeden Sadomasochisten beliebig austauschbar, viele haben aber ein relativ breites Spektrum an Praktiken, auf die sie emotional ansprechen.

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