Partnerschaft Kontaktanzeigen

  • Kontaktanzeigen sind, ein beliebter Forschungsgegenstand, weil sie ein bequemer Weg sind, Daten zum Thema Sadomasochismus zu erheben. Mit der zunehmenden Öffnung der nicht kommerziellen Subkultur und der verbesserten Kontaktmöglichkeit auch für Wissenschaftler hat diese Form der Datenerhebung etwas abgenommen. Trotzdem findet sich in Arbeiten wie Szenen und Rituale1 noch einiges zu diesem Thema.

    Im Zuge der SM-Welle sind auch einige Vanille-Zeitungen dazu übergegangen, Kontaktanzeigen von Sadomasochisten aufzunehmen. Dabei müssen oft gewisse Codes eingehalten werden: z.B. darf in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) im Ruhrgebiet nur von Dominant und Devot gesprochen werden, auch wenn diese Begriffe in der Subkultur selbst eine völlig andere Bedeutung haben als nur Top und Bottom. Teilweise sind derartige Codes zum Einhalten des Jugendschutzgesetzes notwendig, da die Anzeigen sonst als Pornographie indiziert würden, teilweise entspringen die Beschränkungen aber auch nur den Moralvorstellungen des Anzeigenredakteurs, so weigert sich z.B. das Berliner Stadtmagazin "tip" noch 2000, Anzeigen von sadomasochistischen Stammtischen zu veröffentlichen.


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