Begriffe F65.5

  • Eintrag, in dem im ICD-10 Sadismus und Masochismus als Sadomasochismus zusammengefaßt werden (ICD-9: 302.8). Sadomasochismus ist damit laut WHO eine "Störung der Sexualpräferenz" - oder allgemeiner eine "Persönlichkeits- und Verhaltensstörung", nicht - wie die meisten Sadomasochisten es bezeichnen würden - eine alternative Vorliebe.

    Die Definition für Sadomasochismus lautet:

    Zitat

    Es werden sexuelle Aktivitäten mit Zufügung von Schmerzen, Erniedrigung oder Fesseln bevorzugt. Wenn die betroffene Person diese Art der Stimulation erleidet, handelt es sich um Masochismus; wenn sie sie jemand anderem zufügt, um Sadismus. Oft empfindet die betroffene Person sowohl bei masochistischen als auch sadistischen Aktivitäten sexuelle Erregung.

    Der ICD fällt damit weit hinter die inzwischen gültigen Definitionen nach DSM-IV zurück. Wird dort der Leidensdruck neben den sadomasochistischen Vorlieben zum Kriterium, ob jemand als krank gilt, so reicht laut ICD für eine Meldung an die Krankenkasse bereits ein befriedigendes, sadomasochistisch gefärbtes Sexualleben. Siehe ICD für eine ausführliche Diskussion der inzwischen erfolgten Umsetzung des ICD als verbindlichen Diagnoseschlüssel für Ärzte und Krankenkassen und die möglicherweise daraus resultierenden Gefahren für sexuelle Minderheiten.


    Sadomasochisten aus den verschiedensten Ländern beteiligen sich daher am reviseF65-Projekt, das versucht, diese Diagnoseschlüssel abzuschaffen.

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