Begriffe Ferndominanz

  • Brief- oder Onlinebeziehung zwischen Sadomasochisten.
    Dabei wird dem Bottom per Brief, einer Video- oder Tonkassette, E-mail, Chat oder anderen Methoden eine Serie an Befehlen übertragen, die der Bottom ausführen muss. Meist sind es Anleitungen zur Selbstfesselung oder Selbstfolterung. Die Bestätigung geht zurück an den Top, inzwischen oft als Videokassette, teilweise kann der Top auch direkt, z.B. per Webcam die Ausführung überwachen.

    F ist bei Sadomasochisten, die an Internet-Chats teilnehmen, recht beliebt, da sie einen relativ sicheren Einstieg ermöglicht. Außerdem lässt sie der Fantasie breiten Raum und ist von der geographischen Entfernung unabhängig. Allerdings birgt sie die Gefahr, sie mit einem echten Spiel mit seiner höheren emotionalen Wucht zu verwechseln. Tops, die sich zu sehr auf ihre "Erfahrung" verlassen, die sie nur in F-Beziehungen gewonnen haben, sind anfällig dafür, sich entweder bei echten Spielen zu überschätzen und Dinge für möglich zu halten, die in Wirklichkeit die Wahrscheinlichkeit eines Absturzes erhöhen oder vollkommen hilflos und mit der Situation überfordert dazustehen.

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Kommentare 4

  • Vor vielen Jahrzehnten hab ich das einmal praktiziert. Internet gab es noch nicht, wir schrieben einander Briefe, nicht direkt, sondern über die Redaktion des Neuen Nachtboten, wie diese Zeitschrift hieß. Sie ist mit dem Auto gefahren, ganz langsam in der 30 er Zone, ich bin in unserer Phantasie auf dem Beifahrersitz gesessen und hab ihr brieflich befohlen, was sie mit mir machen muss. Sie hat alle meine Befehle ausgeführt und mir das auch geschrieben. Eine Zeit lang war das recht geil, sie wollte mich persönlich treffen, aber irgendwie war ich zu langsam, wie schon sehr oft in meinem Leben, und die Sache ist wieder eingeschlafen. War aber eine interessante Erfahrung.
    • Ich weiß nicht ob du zu langsam warst, oder ob es nicht unbewusst das Wissen war, dass es nicht passt!
    • da ist allerhand zusammengekommen:
      Ausgerechnet damals starker Zeitdruck in der Firma. Ich musste Computer vernetzen und hatte Probleme, da wollte ich mir, zumindest vorläufig, nicht eventuell noch private Probleme schaffen.
      Angst vor dem Unbekannten und Neuem. Ob es passt oder nicht war mir eigentlich egal. Ich wollte endlich mein jahrzehntelanges Kopfkino irgendwie in Realität verwandeln.
      Wir haben fast 2 Monate Briefe gewechselt, sie hat alle "Befehle" freudig ausgeführt und mir detailliert geschrieben. Und ich hab nichts verlangt was mir nicht passt. Im Gegenteil.
      Zwischen uns war einiges an Altersunterschied, aber dass sie wesentlich jünger war, war mir egal. Eine gewaltige und ungeduldige Sehnsucht nach dem realen Erleben hat mich mein ganzes Leben lang verfolgt und geprägt, da war mir alles recht, und ich war nicht wählerisch. Konnte ich mir ja gar nicht leisten.
    • Ja an die Zeit vorm Internet erinnere ich mich auch! Es war schwieriger und zeitaufwendiger überhaupt Informationen oder Kontakte zu bekommen. Heute nimmt fast noch mehr Zeit das filtern in Anspruch!