- Official Post
Hallo in die Runde,
ich beschäftige mich nun schon länger mit dem Thema, gerade wieder angestachelt durch Diskussionen hier. Es gibt einen Aspekt, den ich einfach nicht logisch greifen kann: Domestic Discipline (DD) und der damit verbundene Erziehungsgedanke bei Erwachsenen. Ich würde das gerne mal zur Diskussion stellen und hoffe auf einen offenen Austausch.
Kurz zu meinem Blickwinkel: Ich stehe voll im Leben, trage im Beruf wie im Privatleben täglich enorm viel Verantwortung und von mir wird erwartet, dass ich „meinen Mann stehe“. Wenn ich Fehler mache, was durchaus menschlich ist, stehe ich als erwachsene Frau selbstverständlich für die Konsequenzen gerade. Genau deshalb erschließt sich mir das Konzept der Bestrafung unter Erwachsenen nicht.
Ich verstehe diesen Erziehungsansatz schon bei Kindern nicht. Aber wie will man einen mündigen Erwachsenen erziehen? Was soll das für einen Sinn machen? In einer Partnerschaft auf Augenhöhe ist doch letztlich jeder für sein eigenes Handeln selbst verantwortlich.
Führung ja, aber anders
Versteht mich nicht falsch: Ich spreche in diesem Kontext auch oft von Führung. Aber auf einer völlig anderen Ebene. Für mich bedeutet Spanking in erster Linie Loslassen, Abschalten, eine Art „Urlaub von der Verantwortung“. Wer meinen Blog verfolgt, weiß, was ich dazu schon geschrieben habe. Wenn ich von Führung durch den Partner rede, dann meine ich damit einen geschützten Raum, der mein persönliches Wachstum unterstützt, aber eben nicht Erziehung und Strafe im klassischen Sinne.
Meine Fragen an die DD-Community:
- Wie passt Gleichberechtigung und Erziehung zusammen? Oft hört man von DD-Paaren, dass sie im Alltag eine absolut gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe führen, aber am Ende des Tages der eine Partner den anderen erzieht. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Was gibt dem einen Partner das Recht oder die Instanz, den anderen erziehen zu wollen?
- Ist es am Ende nicht doch „nur“ Erotik? Wir reden hier ja ganz klar von einvernehmlichen Handlungen (SSC/RACK). Wenn also beide Partner darauf stehen – der eine, den Hintern versohlt zu bekommen, der andere, es zu tun , ist es dann überhaupt eine echte Strafe? Oder ist das Label „Erziehung“ und „Haushaltsregel“ nicht eher das psychologische Vehikel, um die erotische Dynamik im Kopf anzufeuern?
- Was ist das eigentliche Ziel? Welchen Zweck erfüllt diese Bestrafung am Ende des Tages wirklich? Wo führt das hin, wenn man einen erwachsenen Menschen „umerzieht“?
Was fällt den Menschen in der heutigen Zeit ein, zu glauben, sie müssten ihren Partner erziehen? Ich sehe den Wert im Spanking im Vertrauen, im Fallenlassen und im mentalen Ausgleich zum stressigen Alltag. Aber der DD-Ansatz bleibt für mich ein Rätsel.
Wie seht ihr das? Wo zieht ihr die Grenze zwischen erotischem Rollenspiel/Kink und einem tatsächlichen, gelebten DD-Lebensstil?
Ich freue mich auf eure Perspektiven und eine sachliche Diskussion!